Ein Schritt in die richtige Richtung wäre, wenn die Menschen wüssten, was sie tun. Aber selbst sehr intelligente Menschen glauben, dass ...

... Google die besten Suchergebnisse findet und anzeigt. Dass Google weiß, welche Suchergebnisse der Nutzer für die besten hält und ihm deshalb genau diese Suchergebnisse anzeigt, ziehen sie nicht in Betracht.

Und ihnen ist egal, dass Google das Wissen, welche Suchergebnisse der Nutzer für die besten hält, mit anderen Informationen über den Nutzer verbindet - z.B. wann und wo und mit welchen Geräten googlet er, von welchen Websites kommt er, wie lang bleibt er auf einer Website, hält er die Maus ruhig, welche Website ruft er als nächstes auf usw. usf. Aus den verschiedenen Schnittmengen all dieser Einzelinformationen entstehen Profile von Persönlichkeitsstrukturen. Dabei ist es Google und denjenigen, denen Google, Facebook & Co. freiwillig oder unfreiwillig die Informationen über diese Persönlichkeitsstrukuren überlassen, völlig egal, ob das die Persönlichkeitsstrukur von Lieschen Müller ist. Entscheidend ist, das Google, Facebook & Co. wissen und antizipieren, wie Lieschen Müller funktioniert. Deshalb findet Lieschen Müller bei der Suche mit Google, beim Einkaufen bei Amazon, bei der Teilnahme an politischen Umfragen, bei Facebook, Instagram &. Co. genau diejenigen Angebote, auf die Lieschen Müller hereinfallen soll.

Und das Allertollste dabei ist: Das alles ist kein Geheimwissen. Jedes Mal, wenn Google, Facebook & Co. den Nutzer um Zustimmung zu Veränderungen ihrer Geschäftsbedingen und Datenschutzbestimmungen auffordern, lautet meist schon der erste Satz, man tue immer alles, um das Nutzererlebnis noch weiter zu verbessern. Man muss sich also überhaupt nicht das Kleingedruckte in seiner epischen Länge durchlesen. Es genügt, den ersten Satz ernst- und vor allem wahrzunehmen: "Lieber Nutzer, wir tun alles, damit Du die Reibungswärme als angenehm empfindest, wenn wir Dich über den Tisch ziehen."