Ich denke, hier kommen zwei Faktoren zusammen

Da haben wir einmal ein Unternehmen, das den Hals nicht voll genug kriegt und deshalb Produkte so designed, dass sie nicht repariert werden können. Mit Leichtigkeit ginge das anders, aber dann wären die Kunden nicht gezwungen, eigentlich reparaturfähige Geräte durch Neukauf zu ersetzen. Das läuft ja in vielen Branchen nicht anders, nur scheint Apple dieses Geschäftsgebaren auf die Spitze zu treiben

Das andere sind völlig inkompetente Serviceabläufe. An der Oberfläche erscheinen die Servicevorgänge unglaublich gut strukturiert, aber sie nehmen den Technikern (soweit es überhaupt Techniker sind und nicht angelernte Kräfte ohne eingehende Fachkenntnis) das Denken ab. Es werden vordefinierte Prozesse abgearbeitet, bei der Fallanalyse ein paar Module am iPad zusammengeklickt und alles was sich außerhalb der vorgelegten Prozesse befindet, kann nicht abgearbeitet werden. Mühe gibt sich in den heiligen Hallen solcher kathedralenartigen Apple-Tempel ohnehin keiner wirklich - wozu auch, die Leute kaufen ja trotzdem.

Ich bin vor Jahren mal mit meinem Touran liegengeblieben. Das Auto wurde in die Werkstatt geschleppt, doch im Fehlerspeicher war nichts abgelegt. Die wollten das ernsthaft nicht reparieren und mir weismachen, dass das Auto keinen Fehler hätte, weil nicht im Fehlerspeicher dokumentiert ist - dies obwohl es keinen Mucks mehr machte. Am mit rechtsanwaltlicher Hilfe erstrittenen Ende war es nur ein marginaler Fehler, der für € 150 behoben werden konnte. Das kommt davon, wenn Servicetechniker ihre Materie nicht mehr verstehen, sondern nur noch Baugruppen austauschen können.