• Wenn in einem Zimmer immer wieder die Sicherung geht, wie finde ich den Übeltäter?

    In meinem "Homeoffice" fällt immer wieder der Strom aus. Manchmal 2x pro Woche, manchmal ist wochenlang Ruhe.
    Ergo ist Trial and Error einfach nicht machbar.
    Ich denke es kann nur ein Gerät sein dass irgendwie nen Schuss hat.
    Gibt es da eine andere Möglichkeit festzustellen welches das sein kann?
    • Lästige Sache

      Tatsächlich hilft letztenendes nur systematisches Beobachten und Ausprobieren, auch bei »Wackelkontakten« und ähnlich temporären Erscheinungen.

      Allerdings kann/sollte man sich auch grundsätzlich anschauen, wie die Situation ist. Typisch für Homeoffice-Szenarien sind nach meinen Erfahrungen der vielfältige Einsatz von Mehrfachsteckerleisten und Verlängerungen. Da kann es gut sein, dass am Ende soviel an Verbauchern dranhängt, dass es zur Überlastung der (Steckdosen)sicherung führt, weil ab und an dann eben fünf Verbraucher gleichzeitig mehr Saft ziehen (bspw. durch Hitze, hohe Rechenanforderung und zusätzlich noch zwei externe Platten, die sonst eher im Ruhezustand weilen. Wenn da dann noch die Schreibtischlampe zugeschaltet wird, kann das das Quentchen Zuviel sein). Gerade in älteren Gebäuden mit älterer Verkabelung und wenigen Steckdosen werden zudem oft mehrere Kreise gemeinsam abgesichert, so dass es vielleicht der anlaufende Kühlschrank im Nebenraum ist, weil der aus »historisch gewachsenen Erweiterungen« zufällig mit an dem Kreis hängt.

      Von daher als ersten Schritt alles soweit wie möglich entbündeln und die Lasten gleichmäßig auf mehrere Dosen verteilen.
    • mögliche Ursachen für Störungen: (nachbearbeitet)

      1.) zu hohe Belastung. Nach der Formel Watt / Volt = Ampere, z.B. 3000 W / 230 V = 13 A, Sicherung sollte 16 A haben. Mehr geht bei normalen Leitung 1,5 mm2 - Leitung auch nicht. Ist die angehängte Last höher (Summe aller Geräte) muss die Sicherung reagieren. Je nach Träglheit sind kurzfristig höhere Ströme möglich, z. B. Anlaufstrom von E-Geräten.

      2.) Wie als ist die Installation? Sind in den Verteilerbuchsen noch Lüsterklemmen mit Schrauben, so können diese sich im Laufe der Jahre lockern und einen Wackelkontakt auslösen. Besser sind die neueren Klemm-Steckverbinder. Da gibt es die festen bzw. mit Spannhebel, letztere sind auch für Flex-Leitungen geeignet. Auch hier auf die zulässigen Querschnitte achten.

      3.) Steckdosen, Lichtschalter, Lampen etc. auf Wackelkontakte prüfen

      4.) Endverbraucher einzeln ausschließen, Kabel mit Mehrfachsteckdosen austauschen, mit längerem Kabel Strom aus einem anderen Stromkreis nehmen. Springt die Sicherung wieder raus, ist es einer der Endgeräte, sonst die Installation.

      Ein Elektriker kann den Fehler auch nur finden, wenn dieser akut eingetreten ist.

      so bitte nicht (die berühmte Fischer-Klemme):
      [upload]35_klemme-1.jpg[/upload]
      und so auch nicht:
      [upload]35_IMG_20161225_WA0000.jpg[/upload]
      • Die „Fischer-Klemme” kannte ich noch nicht. Verschmorte Klemmen habe ich auch schon einige zu Gesicht bekommen.

        In Wohnungen gibt es zum Teil sogar noch zweiadrige Installationen, wie sie bis Ende der fünfziger Jahre üblich waren. Damals ging man von ein bis zwei Steckdosen pro Raum aus.
        Es lohnt sich auf jeden Fall, mal eine Blick in die Steckdosen zu werfen oder werfen zu lassen, wenn man sich damit nicht auskennt.
        Das ist nicht ganz ohne. Wenn einer Leitung in der Wand überlastet ist, kann die Tapete anfangen zu brennen. Gab es mal bei einer Verwandten.
        Gruß
        Prodrive
        • Überlastung durch zu große Sicherung gibt es oft.

          Bevor der Schutzleiter (gelb/grün) eingeführt wurde, waren viele Kabel mit 2 x 1 mm2 verlegt. Null + Erde waren zusammen geschaltet. Hatte aber wenig bis keine Schutzwirkung. Alte Schraubsicherungen haben einen Einsatzring, um die Leitung mit max. 10 A abzusichern. Gern wurde dieser entfernt und eine 16-A-Sicherung eingesetzt.

          Ein Fall damals in einem Wochenendhaus: Infrarotstrahler auf der kleinen Terrasse, weil Schwiegereltern gern abends noch draußen sitzen wollten. 2 x 1800 W (3600 W / 220 V = 16,3 A), was gerade noch ging und vom Elektriker auf 20 A abgesichert wurde, war schon grenzwertig. Durch die Erhöhung auf 230 V im Netz sank die A-Belastung auf 15,6 A, aber die 20 A -Sicherung blieb drin.

          Das reichte den jetzt älteren Schwiegereltern nicht und es kam 1 x 1800 Watt hinzu. Da waren es eben 23,5 A und der "gelernte Elektriker" schraubte prompt eine 25er Sicherung ein. Folge: Die Leitung glühte, verursachte einen Kurzschluß und der FI-Schalter reagierte zum Glück.