Re: Re: Sehe ich anders

> Erstmal glaube ich, dass du da etwas durcheinander bringst: Die GEMA hat mit dieser Sache, also mit dem Verkauf und der Preisfindung, Kopierschutz etc. nichts zu tun, das ist eine ganz andere Baustelle welche nur die Abrechnung mit Textern und Komponisten betrifft.

Ja klar, diese Baustelle bringt dem Urheber aber so wenig ein, dass er sich anschauen sollte, was mit den 14 Euro der CD passiert und warum die GEMA die Großverdiener noch mal besonders vergütet und damit dem normalen Musiker noch weniger gibt. Aber das war in der Tat nicht wirklich ein Thema der Filme

> Zu deinem "Pay What You Want"-Model: Radiohead war die einzige wirklich namhafte Band die das im großen Stil versucht hat und erzielte durch diese Form $ 2,26 pro Download. Der Durchschnittspreis für bezahlte Alben war jedoch $ 6.

Radiohead bekommt 6 Euro pro bezahltes Album? Glahe ich nicht. War es nicht vielmehr so, dass die 2,26 pro download mehr waren, als der Anteil, den die Band normalerweise bekommt?

> Du sprichst von einem "guten Online Angebot", wie stellst du dir das vor? Ganz konkret: An welche Preise denkst du, an welches Erscheinungsdatum? Gesaugt werden im Netz heute tatsächlich bereits Blu-Ray-Rips, auch 3D, Raw, wir sprechen über bis zu 50 GB pro Film, nahezu ausschließlich die Top-Hollywodd-Produktionen, wie soll das finanziert werden?

Da gibt es viele Möglichkeiten.
1)
Beginnend mit Filmfreaks, die durchaus viele Euro pro Monat für eine Zeitnahes Angebot inkl. O-Ton zahlen würden.
Also eine Filmflatrate für so ganz grob 30-50 Euro im Monat mit Erscheinungstermin zwischen Kino und Zweitverwertung, also BluRay.

2)
Dann gäbe es noch die Filmfreunde, die gerne Deustch aber auch O-Ton wollen, aber nicht so oft schauen, also besser pro Film zahlen würden. Das wäre dann wie üblich gestaffelt nach Alter und Beliebtheit,s o wie jetzt auch auf Datenträger. Da könnte ich mir pro Film bis zu 5 Euro vorstellen, also Blockbuster zwischen Kino und BluRay gelegen 5 Euro und dann immer weniger je nach alter usw.

3)
Selten Filmschauer, denen der O-Ton eher egal ist, und die wirklich nur gelegentlich mal einen Film schauen. Die gehen eh nicht ins Kino und kaufen auch keine BluRay. An denen kann man so gesehen bei fast beliebigen Preise nur verdienen, da sie ansonsten kaum Umsatz generieren würden. Da kann dann von 1 Euro bis evtl 3 Euro was dabei sein.

Wichtig ist hier, dass für die Verlage keinerlei Produktionskosten für die Datenträger anfallen, lediglich die digitalen Vertriebskosten. Aktuell kauf ich kaum noch BluRays, die mehr als 15 Euro kosten, eher so um die 10 Euro. Wenn man davon Produktion, Vertrieb, Transport und Zwischenhändler abzieht, ist ein online Preis erheblich günstiger zu realisieren.

Wichtig ist hier nur, dass das Angebot Umfassend ist. Wenn ich drei mal suche, und deinen Film nicht finde, ist es schon blöd. Fehlt der O-Ton, sind die Fans sauer.

Weiter kann man mit Angeboten Arbeiten, die z.B. beim Besuch des Kinos einen Code auf den Ticket den Film dann günstiger zu sehen ist, oder halt gegen einen Aufpreis des Kinotickets das nochmalige Schauen kostenlos macht.
Wer also gerade ganz begeistert aus dem Kino kommt, kann sein Ticket an der Kasse gegen Zahlung "upgraden" und dann nach z.B. nach wenigen Tagen/Wochen, den Film per Onlinestream noch mal schauen.

Da kann man stundenlang mit weitermachen, es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten, den Kunden auf nette Art und Weise das Geld aus der Tasche zu ziehen, und das natürlich im positiven Sinne.

Die Versuche, die bislang in Deutschland gelaufen sind, kann man ruhig als misslungen bezeichnen, weil meist das Angebot zu als, zu teuer oder zu Lückenhaft war.
Wenn der Online Film als Ausleihversion den Preis der DVD übersteigt, kann man nicht von einem Angebot reden.
Aber das ist meiner Meinung nach das Hauptproblem. Die Marketing-Leute haben in diesem Bereich noch nichts tragfähiges Produziert.

JvdL
----------